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Systemische Wirkzusammenhänge im ganzheitlichen Training

Autor: Alexander von Hausen | PREMIUM PERSONAL TRAINER, www.peacemaker.one

Vielfach ist die Suche nach Maßnahmen zur Regulation von wiederkehrenden Funktionseinschränkungen und Schmerzen im Bewegungsapparat die Suche nach der Nadel im Heuhaufen.

Die vielschichtig vernetzten Wechselwirkungen von Muskeln, Gelenken, Organen, Energiesystemen, Reflexzonen, orthomolekularen Zusammenhängen und emotionalen Beeinflussungen lassen Ursachen von funktionellen Einschränken oft an ganz anderer Stelle finden, als der eigentliche Schmerz oder die Dysfunktion ist.

Ein Zeichen einer Dysregulation kann hierbei der schwache/hypotone oder dauerhaft angespannte hypertone Muskel sein. Findet man hierbei durch einen Muskeltest einen einseitig dysfunktionalen Muskel auf, so weißt es meist auf ein Thema der jeweiligen Körperseite hin. Ein beidseitig hyper- oder hypotoner Muskel ist zum Großteil ein übergeordnetes systemisches Thema wie z.B. eine organische Überlastungssituation.

Hat man diesen Zusammenhang nicht im Blick, wird das Training diese bestehende muskuläre Dysbalance weiter verstärken. Ein gestresstes Muskelsystem wird selten durch reines Training seinen Idealzustand, den Normotonus, erreichen können. Vielmehr stresst es diesen Bereich noch mehr. "Das Fass wird voller".
Diese dysregulierten Spannungszustände schränken hierbei nicht nur die Bewegungsamplitude/ROM ein, sie wirken auch unmittelbar auf die ansetzenden Gelenke, die diese unmittelbar stressen. Ein schwacher fehl-angesteuerter Muskel wird auch immer im Antagonisten einen Hypertonus erzeugen und die gesamte Bewegungskette hemmen.

Die muskuläre hypotone Dysbalance zwischen Agonist und Antagonist bildet hierbei das week link. Diese kann mittels Testung eines Muskels in einer definierten Testposition vor und nach einem gezielten Probereiz überprüft werden. Setzt man an diesem schwach und meist schmerzhaften Muskel an, regulieren sich meist seine dauerhaft angespannten Antagonisten.

Die Regulation über diverse Tools wie Triggerrolle, Flossing und Co bilden dabei einen Teil der strukturellen Behandlung ab und leisten allerdings lediglich einen eingeschränkten Beitrag. Der Begründer der applied Kinesiology, der amerikanische Chiropraktiker George Goodheart, definierte ursprünglich fünf körperliche Systeme, die mit diesen Störungen in Verbindung standen:

- das Nervensystem
- das lymphatische System
- das vaskuläre System
- das craniosacrale System
- das Meridiansystem

Es sind noch viele weiter zu nennen, um jedoch eine grobe Perspektive zu erlangen, kann man ein ganzheitliches Training in 3 großen Säulen unterteilen.

Struktur - Biochemie - Psyche.

Am Beispiel des pectorlais major sternalis möchte ich einen kleinen Einblick in diese Ebenen geben:

Der pectoralis major sternalis - PMS ist leberassoziiert.
Jegliche Störungen wirken sich je nach Schweregrad unmittelbar auf die Ansteuerung der Brustmuskulatur aus. Wie oben kurz angedeutet, wird der Muskel schon im Vorfeld hyper- oder hypoton zu testen sein.

Die Leber ist das wichtigste Entgiftungsorgan in unserem Körper. Als Filter zwischen Darm und dem übrigen Körperkreislauf verhindert sie unter anderem, dass Krankheitserreger und Schadstoffe, die z. B. mit der Nahrung zugeführt werden, aus dem Darm in den Blutkreislauf gelangen.

Jegliche Nahrungsmittelunverträglichkeiten, die vor dem Training im Rahmen der Tageskost aufgenommen wurden, werden über Stunden den PMS in Spannung oder Schwäche halten und demzufolge antagonistische Strukturen wie den Latissimus dorsi reaktiv anspannen.
Demzufolge empfehle ich hier einen Nahrungsmittelunverträglichkeitstest beim Arzt oder Heilpraktiker im Vorfeld durchzuführen, um dahingehend Stressoren auszuschließen.

Weiterhin möchte hierfür für die biochemische Säule orthomolekulare Aspekte nennen, die die Leberfunktion optimieren können und damit auch den PMS. Diese Nährstoffverbindungen sind Vitamin A, B3, orthomolekulare Faktoren wie Methionin, Taurin, Mariendistel, Artischocke, Gallensalze. Naturheilkundlich bietet es sich an, im Frühling eine Leberreinigung durch zuführen.

Motorisch wird der PMS aus der HWS (C6/C7/C8) angesteuert. Eine freibeweglich Halswirbelsäule ist demzufolge absolut notwendig, um den PMS nerval überhaupt anzusteuern. Deshalb ist das isolierte Bewegen der Halswirbelsäule wichtig.

Weiterhin ist auf Wirbelsegmentebene vegetativ vor allem der 8. Brustwirbel wichtig. Aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin befindet sich im Bereich des 9. Brustwirbels ein sogenannter Zustimmungspunkt, der energetisch Leber und PMS beeinflussen kann. Auch die Mitte der Wirbelsäule etwas unterhalb der Schulterblattspitzen sollte mobil, beweglich und frei von schmerzhaften Verkrampfungen sein.

Das Foamrolling in diesem Bereich bietet hierbei eine Möglichkeit, unsere Brustmuskulatur reaktiv zu halten. Trainer können hier in Verbindung mit dem manuellen Muskeltest bei ihren Klienten überprüfen, ob dieser Bereich durch die Triggerolle den Muskel zu regulieren hilft.

Die leberbeeinflussende Grundemotion ist die Wut. "Ein Laus ist über die Leber gelaufen". Ein sich ständig wiederkehrendes unverarbeitetes Wutmuster mit einer Person oder einem Sachverhalt kann auch hier wieder störend wirken. Die Eckzähne- 3er Zähne sind leberassoziiert und stören den Muskel wenn diese beherdet sind. Auch eine Narbe, nicht nur im Bereich des Brustmuskels, sondern auch im Verlauf des sogenannten Lebermeridians kann beeinflussend sein.

Ich hoffe damit einen kleinen Einblick in die faszinierende Welt der systemischen Zusammenhänge geben zu können.

Alexander von Hausen

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Mehr über unseren Autor:
Er hat Sportwissenschaft in Leipzig studiert und arbeitet seit 20 Jahren hauptberuflich als Personal Trainer. Für die DFLV hat Alexander in den letzten 15 Jahren ca. 700 Personal Trainer ausgebildet und ist in der Prüfungskommission des PREMIUM PERSONAL TRAINER CLUBS. 2017 gehört er zu den 3 Nominierten des NEOS AWARDS der wertvollsten Auszeichnung im Personal Training, Kategorie PERSONAL TRAINER DES JAHRES. Das Besondere an seinem Konzept ist die Verbindung westlich wissenschaftlicher Aspekte von Bewegung und Ernährung und er Verknüpfung östlich systemischen Wissens von Körper Geist und Seele. So hat er unter anderem an der TCM Universität in China Tuina und Akupunktur studiert. Die Essenz dieses Wissen bildet Alexander von Hausen in seinen Seminaren weiter, wie z.b. SYSTEMISCH KINESIOLOGISCHES TAPING und RAUM FÜR WESENTLICHES.