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Das FIBO Special: Online vs. Offline Training

Autor: Philipp Heider | Experte im Bereich Functional Training und Coaching, Gesellschafter und Dozent R1 Academy | www.r1-sportsclub.de

Liebe Fitness-Fanatiker,

es ist mal wieder so weit. Am 6. bis 9. April öffnet in Köln die FIBO ihre Tore für Fitness, Wellness und Gesundheitsprofessionals und -interessierte. Ein guter Grund um sich einmal näher mit den Trends unserer Zeit und dem, was auf uns zu kommt, auseinanderzusetzen und ein bisschen zu philosophieren.

Dieses Jahr steht neben dem Thema Nutrition-Trends und dem in diesem Zuge erstmalig angebotenen FIBO Nutrition Retailer Workshop ein Trend ganz klar im Fokus: Digitalisierung! Martialisch ausgedrückt geht es um den Kampf jung und dynamisch gegen traditionell und solide, online gegen offline Kultur, digital gegen analog, etablierte Studios gegen aufstrebende Start-ups.
Diesem vermeintlichen Gegensatz und der Frage ob sich diese beiden Ansätze nicht doch miteinander vereinen lassen, möchte ich in diesem Artikel auf die Spur kommen.

Doch zuerst ein kleiner Überblick über die Digitalisierung des Fitnessmarkts.

Mittlerweile sind die "digitalen Helferlein" ein fester und allgemein akzeptierter Bestandteil der Fitnesswelt. Die Rede ist von Apps und Wearables. Über sie lässt sich unser gesamter Lifestyle tracken: unser Ernährungsverhalten, unsere Trainingserfolge, unsere Schlafqualität und dann können wir es auch noch über die sozialen Medien mit unserem digitalen Dunstkreis teilen. Doch hier hört es nicht auf. Einige Apps und Wearables versuchen sich sogar als Trainer und Coaches und steuern durch Empfehlungen und Vorgaben unseren Lifestyle basierend auf den angegebenen Zielen und den bereits erfassten Daten.

Einer Prognose von statista.com zufolge werden im Jahr 2021 bis zu 6 Millionen Menschen in Deutschland die Dienste von Wearables nutzen, Apps sogar bis zu 11 Millionen. Um euch dazu eine Perspektive zu geben: Das sind mehr Menschen als aktuell in allen Studios deutschlandweit als Mitglieder angemeldet sind! Eine Analyse des Wearable Marktes durch die US Amerikanische Bank Morgan Stanley hat gar ein weltweites Marktpotenzial von 1,3 Billionen US Dollar ergeben. Kein Wunder also, dass sich kleine wie große Hersteller auf diesen Markt stürzen. Angelockt durch diese Entwicklung haben sich sogar branchenfremde Unternehmen dem Thema Digitalisierung in der Fitness- und Gesundheitsbranche gewidmet.
Somit herrscht ein reges Angebot beginnend bei einfachen Schrittzählern, über komplexe Fitnesstracker, bis hin zu Smartwatches und intelligenter Sportbekleidung. Wer die Wahl hat, hat also die Qual.

Doch woher kommt dieser Hype? 
Hat es nicht früher auch funktioniert einfach ins Studio zu gehen, sich von einem qualifizierten Trainer einweisen zu lassen und dann los zu trainieren? Das schon, doch die heutige Generation der „Millennials“ erwartet sich mehr. Sie möchten gern ihren Trainingsfortschritt digital festhalten und ggf. mit ihren Freunden teilen, trainieren können wann und wo immer sie sich gerade befinden. Und vor allem möchten sie einfache Lösungen. Die Einstiegshürde einer App ist deutlich niedriger als die einer Mitgliedschaft in einem Studio. Die Erinnerung mal wieder etwas Wasser zu trinken oder heute keine Zwischensnacks zu essen ist für viele Nutzer bequemer als die Informationen aus einer Ernährungsberatung umzusetzen. Hier kommen also eindeutig die Stärken der digitalen Welt zum Tragen.

Was hat im Gegenzug dazu der traditionelle Fitnessmarkt zu bieten, wenn so viele Bereiche schon digital abgedeckt werden?

Einen nicht zu unterschätzenden Faktor in der Kundengewinnung und -bindung stellt die persönliche Betreuung dar. Wo sie auf der einen Seite eine vermeintlich höhere Hürde bedeutet, ist sie auf der anderen Seite gern genommen. Die Unterstützung auf der Trainingsfläche, das hoch individuelle Personal Training und selbst der wohlverdiente Eiweißshake, gekonnt cremig zusammengemixt von der charmanten Servicekraft an der Bar, stellen allesamt die Form der persönlichen Betreuung dar, die Kunden zu schätzen wissen und wofür sie auch bereit sind einen Aufpreis zu zahlen. Diesen Bereich decken die digitalen Lösungen größtenteils nicht ab. Einige versuchen sich zwar darin, indem sie live Chat Funktionen einbinden oder eine Telefonhotline, doch so ganz das Wahre scheint es noch nicht zu sein.

Des Weiteren tut es vielen Fitnessfanatikern auch auf mentaler Ebene gut, wenn sie sich aus ihrem alltäglichen Umfeld hin zu einem Studio begeben. Hier herrscht schließlich, zumindest in der Theorie, keine Ablenkung durch die Kinder, klingelnde Telefone oder Arbeitskollegen, die abends noch etwas trinken gehen möchten. Wo die einen sich also gern in die Natur begeben um dort von ihrer App unterstützt zu sporteln und die anderen sich in ihren Hotelzimmern einem Bodyweight Workout widmen, haben die anderen die Möglichkeit in einem Studio ihr Fitness- und Wellnessprogramm zu genießen.

Ein weiterer Aspekt, der für ein Training unter Betreuung spricht, ist die Evolution des Gesundheitsgedankens &-marktes. Sei es Functional Training, welches sich mittlerweile in allen größeren und kleineren Studios etabliert hat und eine großartige Alternative zum klassischen Gerätetraining darstellt. Sei es der Ernährungsmarkt, der vor den unterschiedlichsten Diäten und Nahrungsergänzungsmitteln nur so strotzt. Bis hin zu Entspannungs- & Wellness Wochenenden. Das Angebot ist riesig und dadurch die Verwirrung der Kunden groß.

Hierin sehe ich einen der riesengroßen Vorteile der „analogen“ Betreuungskonzepte. Sie nehmen die Unsicherheit der Kunden, die sich neu in den Irrgarten Gesundheit hineinwagen und ermöglichen durch gezielte Aufklärung und Betreuung die weitere Verbreitung dieses Trends. Auch diese Entwicklung lässt sich auf der FIBO erkennen. Immer mehr Anbieter widmen sich dem Thema Functional Training, Nutrition, Entspannung, etc. und sorgen für seine Verbreitung und Akzeptanz.

Im Allgemeinen erlaubt der persönliche Austausch und das Lifestyle Coaching eine eingehendere Form der Einflussnahme auf die täglichen Gewohnheiten und Veränderungsprozesse der Kunden. Aus philosophischer und ideeller Sicht halte ich dies für absolut essenziell und wünschenswert. Denn je weiter sich der Gesundheitsgedanke in der Gesellschaft verbreitet, desto mehr profitiert die Gesundheitswelt und die Gesellschaft im Allgemeinen, vom selbstständigen Personal Trainer über das Franchise Studio bis hin zu jedem einzelnen Kunden.
Es lässt sich also festhalten, dass auch die klassische Fitnessindustrie durchaus ihre Vorteile hat, je nach individuellem Bedarf des Kunden.

Final können wir somit sagen, dass beide Welten ihre Vor- und Nachteile haben. Und genau das ist auch der Grund, warum eine sinnvolle Verbindung der beiden Welten das Konzept der Zukunft sein wird.

Das große übergeordnete Thema Big Data wird auch in der Fitnesswelt einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Schon jetzt finden sich immer mehr digitale Lösungen in der klassischen Fitnesswelt wieder. Sei es in Form von Chipkarten, die ich in ein Gerät stecken kann und die zum einen das Gerät automatisch so einstellen, wie ich es brauche und zum anderen meine Trainingssessions aufzeichnen und so meine Fortschritte sichtbar machen. Oder aber in Form von Trainingsplänen, die mir mein Personal Trainer per App auf mein Smartphone schickt, damit ich zuhause oder unterwegs am Ball bleiben kann. Diese und ähnliche Angebote werden sich immer weiter ausbauen. Und das ist auch gut so.

Wenn wir also noch mehr Daten über unsere Kunden erfassen und diese besser nutzen können, ihnen basierend darauf noch individuellere Betreuung und noch gezieltere Aufklärung ermöglichen können und die Apps und Wearables als verlängerten Arm des Coaches oder Studios nutzen, dann haben wir einen synergistischen Effekt zwischen den beiden Welten geschaffen, der für alle Beteiligten Vorteile mit sich bringt. Ein Ziel, dass, wie ich finde, eine spannende Herausforderung darstellt, der ich mich gerne widme.

Und deshalb lade ich euch ein euch auf der FIBO die neuesten technischen Gadgets anzuschauen, euch inspirieren zu lassen und die digitale mit der analogen Welt verschmelzen zu lassen. Und vielleicht kommt ihr ja auch an unserem Transatlantic Fitness/R1 Academy Stand vorbei. Wir freuen uns auf euch und stehen euch mit Rat und Tat zur Seite.

Euer Coach Philipp

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Mehr über unseren Autor:
Philipp Heider ist Personal Trainer und Coach im R1 Sportsclub. Darüber hinaus ist er als Head of internal education für die Ausbildung und Qualitätssicherung bei den R1 Coaches verantwortlich. Als Gesellschafter und Dozent in der R1 Academy Philipp Experte im Bereich Functional Training und Coaching.