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Biohacking – Der Weg zu einem besseren Leben?

Autor: Philipp Heider | Experte im Bereich Functional Training und Coaching, Gesellschafter und Dozent R1 Academy | www.r1-sportsclub.de

Liebe TF-Community,

in meinem heutigen Beitrag möchte ich mich mit einem aufregenden Thema beschäftigen, dass sich noch in den Kinderschuhen befindet, sich jedoch immer größerer Bekanntheit und Beliebtheit innerhalb der Fitness- und Gesundheitsszene erfreut: das Biohacking!

Im Juli dieses Jahres habe ich das erste Mal einen tiefen Einblick in die Biohacking Szene bekommen, als ich in Berlin beim FlowFest ´17 teilgenommen habe. Ich konnte dort einige Eindrücke gewinnen, die ich hier mit euch teilen möchte.

Vor allem aber möchte ich der Frage auf den Grund gehen, was Biohacking ist, was es für uns bedeutet und nicht zuletzt in welchem Maße es für uns sinnvoll ist und ab wann es zu einem Selbstzweck wird. Wir werden uns also gemeinsam auf eine philosophische Reise der Selbstoptimierung begeben.

FlowFest ´17

Das FlowFest ist eine von Max Gotzler ins Leben gerufene Konferenz, die dem Biohacking eine Plattform des Austauschs und der Vernetzung in Deutschland bieten möchte. Dieses Jahr fand sie erstmalig in der Adidas Runbase in Berlin statt und erfreute sich direkt einer großen Teilnehmerzahl.

Als Speaker kamen namhafte Experten aus dem In- und Ausland zu Wort, die zu einer Vielfalt von Themen referierten. Das große Highlight stellte sicherlich der in Europas Biohacking Szene führende Finne Teemu Arina dar, der über die technologischen Möglichkeiten sowie den gesellschaftlichen Kontext und die gesellschaftliche Relevanz von Biohacking referierte.

Rückblickend betrachtet kann ich sagen, dass die Biohacking Szene sich in einer energiegeladenen Aufbruchstimmung befindet, wie es noch vor ca. 15 Jahren im Bereich des Personal Trainings war. Ich traf auf die unterschiedlichsten Menschen - viele von ihnen hatten interessanter Weise keinen Hintergrund in der Fitness- und Gesundheitswelt - mit einer unheimlich interessierten und engagierten Art. Events, die Menschen zusammenbringen um sich dem Thema ganzheitliche Gesundheit zu widmen, gilt es meiner Meinung nach zu fördern. Daher auch dieser kleine Abschnitt über das FlowFest.

Biohacking

Doch kommen wir nun zur eigentlichen Frage: Was genau ist denn Biohacking?
Biohacking hat tatsächlich viele Gesichter. Im Kern geht es aber immer darum, den menschlichen Körper, das Gehirn und die Gesundheit zu „hacken“, also zu entschlüsseln und zu optimieren.
Sei es der leistungsfähigere Körper, der schneller regeneriert. Oder aber die kognitiven Fähigkeiten, wie Erinnerungs- oder Wahrnehmungsvermögen zu steigern. Bis hin zu optimierten Prozessen innerhalb der teils beruflichen, teils privaten Alltagstätigkeiten.

Es gibt also keinen Bereich im Leben, der sich nicht hacken lässt. Und genau das ist für mich das faszinierende Element an dieser Bewegung. Denn das zusammengefasste Wissen der vielen Teilaspekte ergibt im großen Ganzen einen holistischen Lebensansatz.
Und mit dieser Erkenntnis bewegen wir uns in die Philosophie, denn die Frage, die sich mir hier stellt und die mir auch auf dem FlowFest nicht hinreichend beantwortet wurde, lautet: Warum das ganze Selbstoptimieren? Welches Ziel verfolge ich damit?

Biohacking als heiliger Gral?

Diese Frage stellt sich mir deswegen, weil es so viele Möglichkeiten gibt Biohacking zu betreiben. Ich möchte euch anhand eines potenziellen Tagesverlaufes näherbringen, was ich damit meine.

Der Tag beginnt mit einer kurzen Yoga- und Morgenmeditationssession, gefolgt von einer kalten Dusche, dem Bullet Proof Coffee als Frühstück, der kurzen Analyse des Schlafverhaltens, das der Vitaltracker über Nacht aufgenommen hat, dem Körperhaltungssensor, der während der Arbeit am Schreibtisch durch eine sanfte Vibration daran erinnert, doch bitte aufrecht zu sitzen, der App, die alle 30 Minuten daran erinnert Atempausen zu machen, der Paleo konformen Rohkakao Nachspeise zum Mittag, die am Vortag zubereitet wurde, dem Intervalltraining nach der Arbeit, dem Aufsetzen der Blaufilter Brille, damit abends noch am Laptop gearbeitet werden kann oder der Tag von einer speziellen App auf Produktivität analysiert wird, ohne Cortisol zu produzieren, aber auf gar keinem Fall mit dem Laptop auf dem Schoß, weil das das elektromagnetische Feld des Körpers negativ beeinflusst und als krönenden Abschluss der Magnesiumsupplementierung am Abend, damit man besser schlafen und regenerieren kann, damit der morgige Tag auch genauso produktiv und effektiv wird…

Und wenn ihr euch nach dem Lesen dieses Satzes genauso ausgelaugt fühlt, wie ich, nachdem ich ihn geschrieben habe, dann habt ihr jetzt ein ziemlich gutes Gefühl dafür, wie Biohacking sich auf das Leben auswirken kann, wenn es nicht mit einer klaren Idee dahinter bzw. mit einem klaren Ziel verfolgt wird.

Und genau darüber möchte ich gern mit euch philosophieren. Selbstverständlich halte ich es für eine großartige Sache, wenn sich Menschen mit Themen wie Schlafhygieneelektromagnetischen Feldern, dem Einfluss von künstlichen Lichtquellen auf unseren Körper und den vielen weiteren Themen des Biohackings beschäftigen. Doch ich bin der Meinung, dass es eine Art Übersetzer braucht, damit Endverbraucher eine Idee davon bekommen, welche Maßnahmen und Technologien in ihrem Leben gerade die passenden sind. Denn nicht jeder Biohack, egal wie objektiv sinnvoll, passt zwangsläufig in die Lebensumstände eines Jeden.

Und vor allem darf es nicht passieren, dass durch die technologische Entwicklung die Intuition verloren geht. Denn wenn wir uns nur noch auf die technologischen Gadgets verlassen, die uns in immer kürzer werdenden Feedbackschleifen einen Einblick in unser Leben gewähren und basierend auf diesen Daten die weiteren Schritte vorschlagen, dann entwickeln wir eine immer stärkere Abhängigkeit von Technologie. Und das kann bei aller Selbstoptimierung nicht das Ziel sein. Ich halte es da gern mit der Einstellung: „Mache dich nicht zum Sklaven der Technik, sondern lasse sie dein Diener sein.“

Und genauso wie es im Umgang mit der Technik sinnvoll ist sich Gedanken über die Notwendigkeit und das Ausmaß die Nutzung zu machen, so ist es beim Biohacking wichtig zu wissen welche Maßnahmen wann und in welchem Umfang Sinn machen. Wann unterstützen sie ein gestecktes Ziel und wann sorgen sie für Stress? Was fällt leicht umzusetzen, was nicht?

Das in der Fitnesswelt gern genutzte „No Excuses“-Mantraist in dieser Hinsicht leider völlig unbrauchbar, denn Biohacking sollte, gemäß seines Ursprungsgedankens, eine spielerische Art der Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper und seinem Leben sein und bleiben, eine „Garagenwissenschaft“, in der ich per Trial and Error schaue, was funktioniert und was nicht. Auf gar keinen Fall aber soll es ein Zwang sein, der in der stupiden Selbstoptimierung bis in den kleinsten Aspekt des Lebens endet.

Und deshalb lade ich euch dazu ein, euch mit den vielfältigen Möglichkeiten des Biohackings auseinanderzusetzen, sie an euch zu testen, wenn sie euch interessieren und sie, wenn ihr sie für gut befindet, in eurem Leben zu integrieren. Mit viel Spaß, Freude und einem kindlich spielerischen Entdeckerdrang! Also, fröhliches Biohacking!

Euer Coach Philipp

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Mehr über unseren Autor:
Philipp Heider ist Personal Trainer und Coach im R1 Sportsclub. Darüber hinaus ist er als Head of internal education für die Ausbildung und Qualitätssicherung bei den R1 Coaches verantwortlich. Als Gesellschafter und Dozent in der R1 Academy Philipp Experte im Bereich Functional Training und Coaching.

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